Das Tourette-Syndrom ist eine komplexe neurologisch-psychiatrische Erkrankung. Ursache ist Syndrom ist eine organische Erkrankung des Gehirns. Kernsymptome sind motorische und vokale Tics, die sich ständig wandeln und deren Intensität stark schwankt. Der Beginn ist stets in der Kindheit oder Jugend. Der Verlauf ist chronisch.
Unter motorischen Tics versteht man unwillkürlich eintretende Zuckungen, die prinzipiell am ganzen Körper auftreten können, am häufigsten aber im Gesicht und am Kopf lokalisiert sind (z.B. Augenblinzeln, grimassierende Gesichtsbewegungen, Kopfrucken). Vokale Tics sind unwillkürlich hervorgebrachte Geräusche, Laute oder Wörter (z.B. räuspern, husten oder “hm”). Bei vielen Betroffenen bestehen begleitend Verhaltensauffälligkeiten. Als häufige Symptome sind in der Kindheit Hyperaktivität sowie eine Störung der Aufmerksamkeit und der Impulskontrolle zu nennen. Weiterhin können Zwangshandlungen und -gedanken, Angst, Depression oder Autoaggression vorkommen. Das Tourette-Syndrom geht nicht mit einer Beeinträchtigung der intellektuellen Leistungsfähigkeit einher.
Einige, aber nicht alle Betroffenen, können ihre Tics vorübergehend für einen mehr oder weniger kurzen Zeitraum willentlich unterdrücken. Dies wird mehrheitlich jedoch als anstrengend und unangenehm empfunden. Zudem folgt im Anschluss oft eine Phase verstärkter Tics.
In Deutschland gibt es vermutlich - anders als bisher angenommen - deutlich mehr als 40.000 Betroffene.
Bis heute ist keine Therapie bekannt, die zu einer Heilung führt.
Quelle: Kurzinformation der Tourette-Gesellschaft Deutschland e.V. (TGD)
Mehr Informationen unter: http://www.tourette-gesellschaft.de

